Power Food: Avocado – die Butterfrucht in Birnenform

Avocado
© Meike Pantel / pixelio.de

Die birnenförmige Frucht war schon den Majas und Azteken bekannt und sie bezeichneten die Avocado als die „Butter des Waldes“. Tatsächlich hat das geschmeidige Fruchtfleisch der dunkelgrünen bis braunroten Beere über 30 Prozent Fettanteil und kann damit locker als Butterersatz herhalten. Doch keine Angst – hierbei handelt es sich um gesunde Fette. Daher ist die Avocado optimal für eine ausgewogene Ernährung.

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Cremiges Fruchtfleisch: Offen für jeden Geschmack

Ursprünglich stammt die Avocado aus Mittel- und Südamerika, wo sie als Beerenfrucht eines rund zwanzig Meter hohen Lorbeerbaums bis heute zu den wichtigsten Nahrungsmitteln zählt. Ihren Namen verdankt die grüne Frucht wohl ihrer Form, denn dieser geht auf das aztekische Wort „ahuacatl“ zurück, das übersetzt „Hoden“ bedeutet. Die Avocado ist heute vor allem im Süden der USA sowie in Südafrika, Spanien und Israel zu finden, von wo aus sie nach Deutschland importiert wird. Sehr beliebt bei uns ist die Sorte „Hass“, unter deren rauer, buckeliger Schale sich ein besonders sättigendes und aromatisches Fruchtfleisch verbirgt.

Avocados werden immer unreif geerntet und müssen daher etwa ein bis zwei Tage bei Zimmertemperatur so lang nachreifen, bis die Schale auf leichtem Druck hin nachgibt. Das Nachreifen lässt sich dadurch beschleunigen, dass man die Avocado neben Äpfeln oder Bananen lagert. Bewegt sich dann der walnussgroße Fruchtkern beim Schütteln, kann man die Avocado mit einem Küchenmesser längs bis zum Kern einschneiden, das zarte gelb-grüne Fruchtfleisch mit Zitronen- oder Limettensaft würzen und anschließend auslöffeln.

Pur oder als Dip – eine Avocado ist immer ein Genuss

Geschmacklich lässt sich die Avocado in allen möglichen Varianten genießen: Ihr nussartiges Aroma harmoniert sowohl mit süßen Früchten und Schlagsahne, als auch mit saurer Vinaigrette, scharfem Chili oder pikanten Nachos. Das cremige Fruchtfleisch der Avocado lässt sich leicht pürieren, sodass es sich hervorragend dazu eignet, schmackhafte Dips oder Suppen zuzubereiten. Alternativ kann man die Avocado in Hälften servieren und die Vertiefung unter ihrem Kern zum Beispiel mit Krabbensalat ausfüllen.

Allerdings ist es nicht zu empfehlen, die Avocado zu braten oder zu kochen, denn sie besitzt Bitterstoffe, die bei Hitze angeregt werden und den Geschmack der Frucht verderben. Und für Tiere ist die grüne Birnenfrucht absolut tabu, weil sie den Stoff Persin enthält, der zwar für den Menschen harmlos ist, bei Tieren jedoch eine oft tödliche Vergiftung hervorrufen kann!

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Wertvoll für die Ernährung und wohltuend für die Haut

Wegen ihres hohen Anteils an ungesättigten Fettsäuren sowie an Eiweißen, Vitaminen und Mineralstoffen leistet die Avocado einen wertvollen Beitrag zu einer gesunden Ernährung. Hundert Gramm ihres buttrigen Fruchtfleischs enthalten etwa 24 Gramm Fett, das sich überwiegend aus einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren zusammensetzt. Wenn Sie ungesättigte Fettsäuren mit der Nahrung aufnehmen, beeinflussen diese günstig Ihren Cholesterin-Spiegel und schützen Sie so vor Gefäß- und Herz- Kreislauferkrankungen. Somit bietet die Avocado eine gesunde Alternative zu Butter und Sahne. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Avocado ein beliebtes Nahrungsmittel in der veganen Küche ist: Hier wird sie unter anderem als Brotaufstrich anstelle von Fleisch und Käse verwendet.

Die grüne Butterfrucht ist außerdem ein guter Eiweißlieferant und versorgt den menschlichen Körper mit wichtigen Aminosäuren. Die Avocado enthält zudem viele Mineralstoffe wie Kalium und Magnesium, die für den Stoffwechsel sowie vor allem für die Funktion von Nerven und Muskeln wichtig sind. Magnesium ist zusätzlich für den Aufbau der Knochen notwendig. Für werdende und stillende Mütter ist der Genuss der Avocado besonders zu empfehlen, denn die grüne Frucht enthält Folsäure und Vitamin B6.

Nicht zuletzt enthält die Avocado viel Vitamin E und Beta-Karotin, das der menschliche Körper im Darm zum Teil in das fettlösliche Vitamin A spaltet. Während dem Vitamin E eine schützende Wirkung vor Krebs und Arteriosklerose (Arterienverkalkung) nachgesagt wird, leistet das Vitamin A unter anderem einen wichtigen Beitrag zur Sehfähigkeit. Und wer seine Haut vor Austrocknung schützen will, zerdrückt einfach das Fruchtfleisch einer reifen Avocado mit einer Gabel und verwendet es für eine Gesichtsmaske – wenn das keine Wellness-Frucht ist!

Avocado kurz und knapp

  • Vitamine: B6, C, E, K, Folsäure
  • Mineralstoffe & Spurenelemente: Kalium, Magnesium, Kupfer
  • Besonderheiten: Hoher Gehalt an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren sowie an Beta-Karotin (Vorstufe von Vitamin A)
  • Kalorien: ca. 221 kcal pro 100g

Weitere Informationen

Autor: Melanie Geiser, M. A.
medproduction GmbH, www.medproduction.de
Datum: März 2011
Letzte Aktualisierung: Januar 2015
Aktualisiert durch: Simon Korn, Biologe
Quellen:
Aid-PresseInfo: www.aid.de (Abruf: 03/2011)
Brockhaus Ernährung. Gesund essen, bewusst leben. Brockhaus, Mannheim 2011
Deutsches Ernährungsberatungs- und -informationsnetz: Avocado. www.ernaehrung.de (Abruf: 01/2015)
Heseker, B. et al.: Nährstoffe in Lebensmitteln. Umschau Zeitschriftenverlag, Frankfurt a.M. 2013

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