AIDS-Test (HIV-Test)

AIDS, HIV
© Gerd Altmann / pixabay.de

Definition: Was ist ein AIDS-Test (HIV-Test)?

Bei einem AIDS-Test (HIV-Test) wird das Blut auf Antikörper gegen das Humane Immundefizienz-Virus (HIV) Typ I und II untersucht, um eine HIV-Infektion auszuschließen oder nachzuweisen. Moderne AIDS-Tests weisen neben den Antikörpern zusätzlich einen bestimmten Virusbestandteil, das sogenannte p24-Antigen, nach. Der Begriff AIDS-Test ist zwar gebräuchlich, genau genommen handelt es sich jedoch um einen HIV-Test. AIDS bezeichnet lediglich das Endstadium einer HIV-Infektion.

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Nach einer Ansteckung mit HIV bildet der Körper Antikörper, die sich spätestens nach sechs Wochen (bei älteren Testsystemen nach drei Monaten) im Blut nachweisen lassen. Ist der Test „positiv“, befinden sich mit hoher Wahrscheinlichkeit HIV-Antikörper im Blut, das heißt, eine HIV-Infektion liegt vor. Ist der AIDS-Test „negativ“, befinden sich höchstwahrscheinlich keine HIV-Antikörper im Blut, was bedeutet, dass eine Infektion mit HIV unwahrscheinlich ist.

Durchführung: Wie wird ein AIDS-Test (HIV-Test) durchgeführt?

AIDS und damit eine HIV-Infektion lassen sich nur über einen Bluttest diagnostizieren. Hierfür wird Blut abgenommen und mittels ELISA-Test (Enzyme Linked Immunosorbent Assay) untersucht. Dies ist der Standard-AIDS-Test, mit dem sich in der Regel spätestens sechs Wochen (bei älteren Testsystemen: drei Monate) nach der möglichen Infektion Antikörper gegen das HI-Virus sowie das HIV-1-Antigen p24 im Blut nachweisen lassen. Bis zu diesem Zeitpunkt lässt sich eine Ansteckung daher nicht sicher ausschließen.

Die Genauigkeit des AIDS-Tests beträgt rund 99,5 Prozent. Ist das Ergebnis negativ, liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit keine HIV-Infektion vor. Wegen der hohen Empfindlichkeit des AIDS-Tests kann es vorkommen, dass er ein positives Ergebnis anzeigt, obwohl keine Infektion besteht. Deshalb wird bei einem positiven AIDS-Test oder einem zweifelhaften Testergebnis der sogenannte Western-Blot als Bestätigungstest durchgeführt. Für diesen Test wird in der Regel die ursprüngliche Blutprobe genutzt und er ist etwas aufwändiger und genauer. Ist das Ergebnis positiv, wird die Diagnose HIV-Infektion gestellt. Bei einem negativen Western-Blot-Test ist eine HIV-Infektion ausgeschlossen. Dies gilt auch für den Fall, dass der ELISA-Test zuvor positiv ausgefallen ist. Liefert der Western-Blot kein eindeutiges Ergebnis, kann zur weiteren Abklärung ein sogenannter HIV-Nukleinsäure-Amplifikationstest (NAT) erforderlich sein, mit dem sich die Erbsubstanz des Virus nachweisen lässt.

Seit einigen Jahren besteht die Möglichkeit, eine HIV-Infektion mithilfe eines HIV-Schnelltests zu diagnostizieren. Diese können Antikörper bereits nach etwa 30 Minuten im Blut nachweisen – ohne labormedizinische Untersuchung. Da die HIV-Schnelltests jedoch ein falsches oder nicht eindeutiges Ergebnis liefern können, ist es wichtig, zusätzlich einen Standard-AIDS-Test durchführen zu lassen, um das Ergebnis zu sichern. Hier gilt: Der sichere Ausschluss einer HIV-Infektion ist erst drei Monate nach einer möglichen Ansteckung möglich.

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In Einzelfällen empfiehlt sich ein direkter HIV-Test oder der Nachweis des p24-Antigens. Der direkte HIV-Nachweis ist sehr teuer und aufwändig und wird meist nur zu Forschungszwecken oder bei Neugeborenen, deren Mutter HIV-positiv ist, durchgeführt. Dabei lassen sich HI-Viren direkt im Blut nachweisen. Zur Sicherung der Diagnose ist zusätzlich noch ein Antikörpertest notwendig. Zur Frühdiagnose von HIV empfiehlt sich der Nachweis des HIV-1-Antigens p24, da dieses schon vor den Antikörpern im Blutplasma nachweisbar ist.

Anwendungsgebiete: Was sind die Anwendungsgebiete von AIDS-Tests (HIV-Tests)?

Ein AIDS-Test empfiehlt sich, wenn der Verdacht auf eine HIV-Infektion besteht, beispielsweise nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr und/oder Kontakt mit möglicherweise infiziertem Blut. Der AIDS-Test dient nicht der Vorbeugung gegen eine HIV-Infektion. Außerdem wird der Test in Deutschland allen Schwangeren von ihrem Frauenarzt angeboten, da das Virus während der Geburt und später durch die Muttermilch auf das Kind übertragen werden kann. Ist der werdenden Mutter die HIV-Infektion bekannt, bestehen sehr gute Chancen, eine Ansteckung des Kindes zu verhindern.

Risiken und Komplikationen: Welche Risiken birgt ein AIDS-Test (HIV-Test)?

Der AIDS-Test birgt keine gesundheitlichen Risiken. Die Zeit zwischen der Durchführung des AIDS-Tests und dem Ergebnis kann allerdings psychisch belastend sein. Es ist deshalb sinnvoll, während dieser Zeit professionelle Unterstützung und Beratung in Anspruch zu nehmen, zum Beispiel beim Arzt, bei der Deutschen Aidshilfe oder beim Gesundheitsamt. Ein negativer AIDS-Test bedeutet nicht, dass die Gefahr einer Ansteckung behoben ist. Kondome helfen dabei, sich beim Geschlechtsverkehr vor einer HIV-Infektion zu schützen. Zudem sollte man Injektionsnadeln nur einmal verwenden und nach dem Gebrauch sicher entsorgen.

Weitere Informationen

Web-Tipps:
Deutsche Aidshilfe: www.aidshilfe.de
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: www.gib-aids-keine-chance.de
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Autor: Karin Wunder, Dr. med. M. Waitz
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Datum der letzten Aktualisierung: November 2017
Quellen:
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): www.gib-aids-keine-chance.de (Abruf: 11/2017)
Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2017
Hoffmann, Ch. et al.(Hrsg.): HIV 2010. Medizin Fokus, Hamburg 2010
IQWiG: HIV-Test in der Schwangerschaft. www.gesundheitsinformation.de (Abruf: 11/2017)
Rabenau, H.F. et al.: Nachweis einer Infektion mit Humanem Immundefizienzvirus (HIV): Serologisches Screening mit nachfolgender Bestätigungsdiagnostik durch Antikörper-basierte Testsysteme und/oder durch HIV-Nukleinsäure-Nachweis. Bundesgesundheitsblatt, Online-Publikation (06/2015)
Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber für Ärzte: HIV- Infektion/AIDS. Online-Information (03/2016)

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