Kinesiologie

ausgestreckter Arm
© Niek Verlaan / pixabay.de

Die Kinesiologie ist ein alternatives Diagnostikverfahren, mit dem sich körperliche und psychische Beschwerden aufspüren lassen. Sie verbindet Elemente aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und der Chiropraktik.

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Kinesiologen vertreten die Meinung, dass die inneren Organe über Energie-Leitbahnen mit Muskelgruppen verbunden sind. Kommt es zu einer energetischen Störung des Organs, spiegelt sich dies als Muskelschwäche in der zugeordneten Muskelgruppe wider. Diesen Zusammenhang zwischen Muskelreaktion und organischen Funktionsstörungen entdeckte der amerikanische Chiropraktiker Dr. George Goodheart in den 1960er Jahren. Bis heute haben sich aus diesem Ansatz zahlreiche Unterarten entwickelt, z.B. die Pädagogische Kinesiologie für Kinder.

Wie wird Kinesiologie angewendet?

In der Kinesiologie gelten Energieblockaden als Ursache für körperliche und psychische Beschwerden. Um Energieblockaden in einem Organ festzustellen, führt der Therapeut den sogenannten Muskeltest durch. Dazu hebt der Patient den Oberarm in einem rechten Winkel auf Schulterhöhe. Bevor der eigentliche Muskeltest beginnen kann, muss der Therapeut zunächst die allgemeine Muskelspannung des Patienten erfassen. Hierfür legt er eine Hand auf den angewinkelten Arm und die andere auf die unbelastete Schulter. Mit einem leichten Druck nach unten prüft der Therapeut, wie stark der Muskelwiderstand im Arm ist. Der Patient versucht gleichzeitig, den Arm oben zu halten.

Nach dem ersten Test kann die Diagnose beginnen. Der Therapeut stellt dem Patienten Fragen zu seinem Befinden oder zu möglichen Ursachen der Erkrankungen. Dabei drückt er den ausgestreckten Arm sanft nach unten. Anhand der Muskelreaktion kann der Therapeut nun erkennen, wo die Ursachen der Beschwerden liegen.

Ein Beispiel: Ein Patient leidet unter wiederkehrenden Hautausschlägen. Der Therapeut gibt ihm abwechselnd verschiedene Lebensmittel in die geöffnete Hand und führt den Muskeltest erfolgreich durch. Bei gemahlenen Haselnüssen schafft es der Patient nicht, den Arm gegen den Druck des Therapeuten aufrecht zu halten. Daraus schlussfolgert der Therapeut eine Nahrungsmittelallergie gegen Haselnüsse.

Neben der Diagnose benutzen Kinesiologen die Methode aber auch therapeutisch. Da sie von einer energetischen Verbindung zwischen Muskeln und Organen ausgehen, versuchen die Therapeuten mithilfe von zielgerichteten Übungen, den Energiefluss in den entsprechenden Muskelgruppen anzuregen und somit die Energieblockade im zugeordneten Organ zu lösen. Diese Übungen lassen sich nach Anweisung auch von Zuhause aus anwenden. Ein anderer therapeutischer Nutzen der Kinesiologie liegt in der Wahl des Medikaments. Je nach Muskelreaktion kann der Therapeut ablesen, welcher Wirkstoff für den Patienten geeignet ist und in welcher Dosierung er diesen einnehmen sollte.

Wofür wird Kinesiologie eingesetzt?

Die Kinesiologie findet u.a. Anwendung bei der Diagnose von:

  • Funktionellen Störungen innerer Organe
  • Allergien
  • Mangelerscheinungen
  • Psychosomatischen Beschwerden
  • Erkrankungen des Bewegungsapparats
  • Psychischen Belastungssituationen

Weitere Informationen

Autor: Miriam Lossau, Diplom-Fachjournalistin
medproduction GmbH, www.medproduction.de
Datum: Januar 2011
Letzte Aktualisierung: Januar 2015
Aktualisiert durch: Miriam Lossau, Diplom-Fachjournalistin
Quellen:
Dobler, G.: Kinesiologie in der Naturheilpraxis. Urban & Fischer, München 2011
Jänicke, Ch., Grünwald, J.: Alternativ heilen. Gräfe & Unzer, München 2006