Rosazea

Gesicht mit gesunder Haut (Foto: Pixabay)
Gesicht mit gesunder Haut (Foto: Pixabay)

Ursachen: Was sind die Ursachen von Rosazea?

Rosazea (Rosacea, Kupferrose) ist eine Hautentzündung, die sich durch rote Flecken, kleine Äderchen und Pusteln im Gesicht äußert. Sie entwickelt sich meist nach dem 30. Lebensjahr und ist nicht ansteckend. Hierzulande sind etwa zwei bis fünf Prozent betroffen, davon mehr Frauen als Männer. Die Ursache ist bislang nicht genau bekannt. Wissenschaftler vermuten jedoch einige Faktoren, die eine Rosazea verursachen oder auslösen können. Dazu zählen zum Beispiel:

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  • Genetische (erbliche) Ursache: Für diese Ursache spricht, dass in manchen Familien mehrere Mitglieder an Rosazea erkrankt sind (familiäre Veranlagung). Außerdem tritt die Hautentzündung bei hellhäutigen Menschen west- und nordeuropäischer Herkunft häufiger auf.
  • Sonneneinstrahlung: Jahrelange Sonneneinstrahlung kann die Gesichtshaut schädigen. Betroffen sind das Bindegewebe sowie die Blutgefäße und Lymphgefäße. Die Schädigung führt zur Gefäßerweiterung und Entzündung.
  • Immunreaktionen: Eine fehlgeleitete angeborene Immunantwort verursacht die Entzündung der Haut.
  • Überempfindlichkeit gegenüber Bakterien, die zu einer bakteriellen Entzündung der Haarfollikel führen.
  • Überempfindlichkeit gegenüber Haarbalg-Milben (Demodex-Milben)
  • Talgdrüsen-Hypertrophie (krankhafte Vergrößerung der Talgdrüsen in der Haut)

Normale, harmlose Reize können bei Menschen, die aus unbekannten Gründen zu Rosazea neigen, zu einer krankhaften Gefäßerweiterung im Gesicht führen. Zu solchen Reizen zählen:

  • Stress
  • Alkohol
  • Nikotin
  • Koffein
  • Scharfes Essen
  • Heiße Getränke
  • Sonnenlicht (UV-Licht)
  • Hitze oder Kälte
  • Bestimmte Medikamente (z.B. gefäßerweiternde Präparate)

Beschwerden: Wie äußert sich Rosazea?

Rosazea äußert sich typischerweise durch rote Flecken, kleine Äderchen und Pusteln im Gesicht. Betroffen sind vor allem die Wangen, die Nase, das Kinn und die Stirn. Die Gesichtsrötung entsteht durch erweiterte, stärker durchblutete sowie entzündete Gefäße. Die Symptome treten meist in Schüben auf.

Je nach Schwere der Symptome unterscheidet man folgende Rosazea-Typen:

  • Rosazea-Vorstadium: Plötzlich auftretende, flüchtige Gesichtsrötung (Flush).
  • Rosazea Typ 1: Gesichtsrötung (Erythem) und sichtbare Erweiterung kleiner oberflächlicher Hautgefäße (Teleangiektasien), die meist bestehen bleiben.
  • Rosazea Typ 2: Gesichtsrötung plus Papeln (Hautknötchen) und Pusteln (Pickel).
  • Rosazea Typ 3: Hautverdickung und Bildung entzündlicher Knötchen, Vergrößerung von Bindegewebe und Talgdrüsen. Auf der Nase entstehen knollige Wucherungen, die vor allem bei Männern zu einem Rhinophym (Knollennase, Kartoffelnase) führen können.
  • Rosazea Typ 4 (Sonderform): Es kommt zu Entzündungen an den Augen und Augenlidern.

Die Haut kann bei der Rosazea trocken oder geschwollen sein sowie brennen und jucken. Die Hautveränderungen, vor allem die Entwicklung eines Rhinophyms, belasten die Betroffenen aus kosmetischen Gründen zudem oft stark.

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Diagnose: Wie wird Rosazea diagnostiziert?

Hautärztinnen und Hautärzte erkennen eine Rosazea bereits an der typischen Gesichtsröte und den weiteren Hautveränderungen (Blickdiagnose). Sie erkundigen sich nach möglichen Auslösern (z.B. starke Sonneneinstrahlung, Alkohol, Nikotin, Kaffee etc.) und ob die Kupferrose in der Familie vorkommt.

Um andere Hauterkrankungen auszuschließen, kann es unter Umständen nötig sein, eine kleine Gewebeprobe (Biopsie) von der Gesichtshaut zu entnehmen, die anschließend unter dem Mikroskop untersucht wird. Manchmal entnimmt der Arzt auch eine Blutprobe.

Behandlung: Wie kann Rosazea behandelt werden?

Solange die Gesichtsröte keine Beschwerden verursacht, ist sie ein rein kosmetisches Thema und muss nicht zwingend behandelt werden. Es empfiehlt sich, die Haut zu pflegen und darauf zu achten, welche Substanzen einen Rosazea-Schub auslösen und die Symptome verstärken können.

Ist die Haut stärker betroffen, kann die Hautärztin oder der Hautarzt Medikamente verordnen. Diese werden meistens auf die Haut aufgetragen. Je nach Schwere der Rosazea kommen folgende Wirkstoffe in Betracht:

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  • Brimonidin ist ein sogenanntes Sympathomimetikum. Es verengt die Blutgefäße und wird als Gel auf die gerötete Haut aufgetragen.
  • Metronidazol wirkt entzündungshemmend und wird als Creme, Gel oder Lotion angewendet.
  • Azelainsäure wirkt ebenfalls entzündungshemmend und wird als Gel aufgetragen.
  • Ivermectin ist ein Antiparasitikum (Mittel gegen Parasiten). Es wird als Creme zur Behandlung der Rosazea verordnet und verringert die Demodex-Milben und die Entzündung.
  • Doxycyclin und andere Antibiotika werden in schweren Rosazea-Fällen als Tablette eingenommen.

Operation des Rhinophyms (Knollennase)

Eine stark knollige Nase kann operativ behandelt werden. Dabei trägt der Arzt mit einem Elektrokauter oder einem Skalpell das überschüssige Gewebe ab und glättet anschließend die Hautoberfläche. Die ursprüngliche Kontur der Nase lässt sich so wiederherstellen und die optischen Ergebnisse sind in der Regel sehr gut.

Cannabidiol (CBD) bei Rosazea

Cannabidiol, kurz CBD, wird aus den Blättern der Hanfpflanze gewonnen. Es findet sich in Medizin- und Kosmetikprodukten und soll verschiedene positive Wirkungen auf den Körper haben, unter anderem entzündungshemmende, antioxidative und schmerzstillende Effekte. So wird Hanfkosmetik sowohl in der Anti-Aging-Hautpflege als auch für trockene, sensible und unreine Haut sowie Mischhaut verwendet. Die Wirkung hängt unter anderem von der Dosierung des CBD ab. Ob Hanfkosmetik auch bei Rosazea hilfreich ist, um die Gesichtsrötung zu lindern und Schübe zu mindern, ist wissenschaftlich bislang nicht belegt. Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt, ob Sie CBD-Produkte ausprobieren können, wenn Sie von Rosazea betroffen sind.

Prognose: Wie ist die Prognose bei Rosazea?

Die Prognose von Rosazea ist von Patient zu Patient sehr unterschiedlich. Die Hautkrankheit verläuft in Schüben. Dabei kommt es zu Phasen mit starken Beschwerden, die dann wieder abklingen. Bei manchen Menschen verschwinden die Symptome, bei anderen bleiben die Beschwerden ein Leben lang bestehen oder sie verstärken sich noch (bis hin zur Entwicklung eines Rhinophyms).

Daher ist es wichtig, rechtzeitig den Hautarzt oder die Hautärztin mit einzubeziehen und mit einer entsprechenden Behandlung sowie Vorbeugung zu verhindern, dass die Kupferrose fortschreitet und bleibende Hautveränderungen hinterlässt.

Vorbeugung: Wie kann man Rosazea vorbeugen?

Einer Rosazea lässt sich nur bedingt vorbeugen, da die Ursache nicht genau bekannt ist und weil die Hautkrankheit wahrscheinlich genetisch bedingt ist. Sie können aber sehr wohl einer Verschlimmerung der Rosazea vorbeugen, indem Sie die Auslöser, die die Symptome verstärken und die Schübe verursachen, möglichst meiden.

Probieren Sie folgende Tipps aus:

  • Schützen Sie Ihre Haut vor Sonne! Meiden Sie zu lange Aufenthalte in der Sonne, gehen Sie nicht ins Sonnenstudio oder Solarium, tragen Sie eine Sonnenschutzcreme auf und bedecken Sie Ihren Kopf und Ihr Gesicht im Freien (z.B. mit einem großen Hut).
  • Meiden Sie Auslöser, die Ihre Rosazea verschlimmern, z.B. Alkohol, Kaffee, Nikotin oder scharfes Essen. Testen Sie aus, welche Substanz bei Ihnen Schübe verursacht.
  • Achten Sie auf eine gute Hautpflege! Beachten Sie die Inhaltsstoffe in Hautpflege-Produkten: Manche Produkte enthalten Reizstoffe wie Alkohol, Menthol, Minze oder andere Duftstoffe. Auch Peeling-Produkte (mechanisches oder chemisches Peeling) sind für Rosazea-Haut oft nicht geeignet, da sie die Haut zu stark reizen.
  • Waschen Sie Ihr Gesicht nur mit lauwarmem oder kühlem Wasser – zu heißes oder zu kaltes Wasser reizt die Haut.
  • Bei trockener Haut können Feuchtigkeitscremes Achten Sie aber auch hier darauf, dass diese keine hautreizenden Stoffe enthalten. Sprechen Sie hierzu auch mit Ihrem Hautarzt oder Apotheker.
  • Führen Sie ein Rosazea-Tagebuch: Tragen Sie darin alle Dinge ein, die zu Beschwerden führen (z.B. Verstärkung der Gesichtsrötung nach dem Konsum von Kaffee), und auch solche, die Ihre Beschwerden lindern. So wissen Sie, welche Dinge Sie künftig meiden sollten, um Rosazea-Schüben vorzubeugen.

Weitere Informationen

Autor: Redaktion medproduction
Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Martin Waitz
Datum: Juni 2021
Quellen:
AWMF-Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft: Rosazea. AWMF-Register Nr. 013/065 (Stand: 03/2013)
Bundesministerium für Gesundheit (BMG), Referat 524 Nationales Gesundheitsportal: Rosazea. https://gesund.bund.de/rosazea (Abruf: Juni 2021)
Deutsche Rosazea Hilfe e.V.: https://www.rosazeahilfe.de/ (Abruf: Juni 2021)
Herblitz: CBD & Hanfkosmetik. https://herbliz.com/de/cbd-hanfkosmetik/ (Abruf: Juni 2021)
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Rosazea. https://www.gesundheitsinformation.de/rosazea.html (Abruf: Juni 2021)