Honig – Die Speise der Götter

Honig
© fancycrave/pixabay

Ein Kilo Honig isst der Durchschnittserwachsene pro Jahr in Deutschland. Doch nicht nur der Verzehr von Honig ist beliebt, sondern auch seine Herstellung. Denn das Hobby der Imkerei wird immer beliebter: Ungefähr 110.000 Deutsche kümmern sich mittlerweile um ihre eigenen Bienenvölker. Auch junge Menschen interessieren sich für die Arbeit mit den Bienen. Laut dem Deutschen Imkerbund gibt es bundesweit sogar über 1.900 Hobbyimker unter 18 Jahren. Dabei ist die Honigherstellung mühsam, denn jede Biene muss für 500 Gramm Honig einen Weg von rund 120.000 Kilometer zurücklegen und ca. 40.000 Mal aus dem Bienenstock ausfliegen.

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Aber nicht nur im Hier und Heute ist die Imkerei beliebt. Schon 3.000 v. Chr. nannten die Ägypter den klebrigen Saft „Quelle der Unsterblichkeit“ oder „Speise der Götter“, und schon der Griechische Arzt Hippokrates 400 v. Chr. erklärte den Honig zum Wundermittel zur Behandlung von kleinen und größeren Zipperlein.

Wie entsteht Honig?

Arbeitsbienen schwirren aus dem Bienenstock aus, nehmen Blütenpollen und Nektar auf und reichern sie mit körpereigenen Stoffen an. Honig entsteht erst, wenn der eigene Energiebedarf des Bienenvolks gedeckt ist. Es findet also eine Überproduktion statt, die in den Bienenwaben gelagert wird. Der geschulte Imker entscheidet je nach Reifegrad der Waben über den Zeitpunkt der „Ernte“. Der Honig wird dann mit Hilfe einer „Kaltschleuder “, einer Art Zentrifuge, aus den Waben gelöst und aufgefangen. Wie oft der Honig geerntet werden kann, hängt dabei vom Wetter und der Blütezeit der Pflanzen ab.

Was ist im Honig drin?

Der süße Geschmack lässt schon erahnen, dass Honig in erster Linie aus Zucker besteht. In Honig enthalten ist vor allem Fruktose (Fruchtzucker), Glukose (Traubenzucker) und in kleineren Teilen auch Maltose (Malzzucker), Saccharose (Haushaltszucker) und weitere Mehrfachzucker. Zusätzlich sind verschiedene Enzyme enthalten, die den enthaltenen Zucker spalten. Dadurch kann dieser leichter vom Körper aufgenommen werden und liefert schneller Energie.

Die Kraft des Honigs

Abhängig davon, welche Bäume in der Umgebung wachsen und in welcher Flora die Bienen ihre Flugbahn haben, entstehen vielfältige Honigarten. Klassische Sorten von Honig sind beispielsweise Akazienhonig, Heidehonig oder Blütenhonig. Wer es ausgefallener mag, findet auch exotischere Honigsorten wie Kleehonig, Eukalyptushonig oder Manuka-Honig. Der Honig unterscheidet sich dadurch nicht nur in seiner Farbe und seinem Geschmack sondern auch in seiner Wirkung. So besitzt Honig oft eine antibiotische und antibakterielle Wirkung, das heißt er reduziert die Vermehrung von Krankheitskeimen und kann dadurch Entzündungen lindern. Honig wird deshalb auch bei der Wundversorgung eingesetzt. Vor allem der neuseeländische Manuka-Honig, den die Bienen aus dem Saft dieses Teebaumes gewinnen, besitzt eine hohe antibakterielle Wirkweise. Mittlerweile gibt es bereits Wundsalben, die aus Manuka-Honig hergestellt werden und in deutschen Kliniken zum Einsatz kommen.

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Die verschiedenen Honigsorten können dadurch bei unterschiedlichsten Beschwerden eingesetzt werden:

  • Tannenhonig enthält ätherische Öle und wirkt unterstützend bei Bronchitis und Erkältung.
  • Eukalyptushonig kommt bei Erkältungen und Harnwegsentzündungen zum Einsatz.
  • Kleehonig kann Unruhe und Verdauungsbeschwerden lindern.
  • Löwenzahnhonig regt den Stoffwechsel und die Durchblutung an.
  • Rapshonig ist der ideale Energielieferant am Morgen, da er besonders viel Glukose enthält.

Worauf muss bei Honig geachtet werden?

Auch wenn Honig ein Naturprodukt ist, gilt es, einige Dinge zu beachten.

  • Nicht zu heiß: Da hohe Temperaturen über 40 °C die im Honig enthaltenen Enzyme  abtöten können, sollte Honig in heißen Getränken, wie Tee oder Milch, erst nach einer Abkühlphase eingerührt werden.
  • Erst nach dem ersten Lebensjahr: Kinder unter 12 Monaten sollten keinen Honig erhalten, da im Honig Bakterien enthalten sein können, die im Darm der Kinder weiter auskeimen. Diese Keime führen in bestimmten Fällen zu lebensbedrohlichen Lähmungserscheinungen, weshalb bei unter Einjährigen auf Honig verzichtet werden sollte.
  • Vorsicht bei Allergien: Manche Allergiker, die auf bestimmte Pollen empfindlich reagieren, können auch auf Honig, insbesondere auf Blütenhonig, reagieren. Denn im Honig können noch kleinste Mengen an Pollen enthalten sein.

Wie soll Honig gelagert werden?

Im Gegensatz zu anderen Lebensmitteln ist Honig auch ohne Konservierungsstoffe über einen längeren Zeitraum haltbar.

Tipps für eine gute Lagerung:

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  • möglichst bei Zimmertemperatur
  • dunkel
  • trocken
  • keine direkte Sonneneinstrahlung
  • nicht im Kühlschrank aufbewahren

Warum wird Honig hart und wie bekomme ich ihn wieder flüssig?

Honig besteht hauptsächlich aus Fruktose (Fruchtzucker) und Glukose (Traubenzucker). Je mehr Glukose im Honig enthaltend ist, umso fester wird er. Bei längerer Lagerung oder Kühlung kristallisiert der Traubenzucker deshalb zunehmend aus und wird zähflüssiger. Der Prozess ist aber einfach umkehrbar: Stellen Sie das Honigglas in ein Wasserbad bei maximal 40 °C und rühren den Honig vorsichtig um. Übrigens: Die Qualität des Honigs wird durch die Kristallisation nicht gemindert!

Ob Honig im Tee, in der Milch, zum Kochen, Backen, Naschen oder zur Wundversorgung: Honig ist ein echtes Naturprodukt!

 

Weitere Informationen

Autor: Christian Kirchner, medproduction GmbH, www.medproduction.de
Datum der letzten Aktualisierung: Juli 2017
Quellen:
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Bienenfreundliches Pflanzen für Balkon und Garten. Bienenlexikon: www.bmel.de (Abruf: 07/2017)
Deutscher Imkerbund e.V.: www.deutscherimkerbund.de (Abruf: 07/2017)
Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit: www.laves.niedersachsen.de (Abruf: 07/2017)
Schmidlin, P. et al.: Antibacterial potential of Manuka honey against three oral bacteria in vitro. Swiss Dental Journal 124, 2014
Watanabe, K. et al.: Anti-influenza viral effects of honey in vitro: Potent High Activity of Manuka Honey. Archives of Medical Research 45, 359-365, 2014