Leberzirrhose

Alkohol
© Gerd Altmann / pixabay.de

Ursachen: Was sind die Ursachen einer Leberzirrhose?

Eine Leberzirrhose ist eine irreversible (bleibende) Schädigung der Leber. Durch verschiedene Auslöser wird das Lebergewebe geschädigt, es vernarbt und wandelt sich in Bindegewebe um. Weil sich die Leber dabei zusammenzieht, wird die Leberzirrhose auch Schrumpfleber genannt. Je stärker die Leber vernarbt, desto schlechter funktioniert sie.

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Die häufigste Ursache (ca. 50 Prozent der Fälle) einer Leberzirrhose ist Alkoholmissbrauch. In etwa 15 bis 30 Prozent der Fälle ist die Leberzirrhose auf eine virusbedingte Leberentzündung (Hepatitis B oder Hepatitis C) zurückzuführen. In ungefähr 10 bis 15 Prozent sind die Auslöser der Leberzirrhose unbekannt. Selten hat die Erkrankung Ursachen wie zum Beispiel Störungen im Eisen-, Kupfer- und Fettstoffwechsel. Zudem können bestimmte Medikamente und Giftstoffe (zum Beispiel Arsen) die Leber schädigen und zu einer Zirrhose führen.

Beschwerden: Wie äußert sich eine Leberzirrhose?

Die Symptome einer Leberzirrhose sind im Anfangsstadium eher uncharakteristisch:

  • Müdigkeit
  • Übelkeit
  • Schmerzen im Oberbauch
  • Gewichtsverlust
  • Konzentrations- und Leistungsschwäche

Später können zum Beispiel folgende Beschwerden auftreten:

  • Juckreiz
  • Rote spinnennetzförmige Äderchen auf der Haut (Spider naevi)
  • Wasser in den Beinen (Ödeme) und im Bauch (Aszites)
  • Gelbsucht (Ikterus)
  • Krampfadern in der Speiseröhre (Ösophagusvarizen)

Die Leber ist ein lebenswichtiges Organ und eine Leberzirrhose daher lebensbedrohlich.

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Diagnose: Wie wird eine Leberzirrhose diagnostiziert?

Um eine Leberzirrhose zu diagnostizieren, erfragt der Arzt zunächst die Krankheitsgeschichte. Insbesondere sind Angaben über den Alkoholkonsum wichtig. Um die Wahrscheinlichkeit einer Hepatitis-Infektion einzuschätzen, stellt der Arzt Fragen zum Beruf, zu Auslandaufenthalten und zum Geschlechtsverkehr. Anschließend folgt eine körperliche Untersuchung, bei dem er die Leber im Oberbauch abtastet. Die Haut untersucht der Arzt nach sichtbaren Zeichen einer Leberzirrhose (zum Beispiel Gelbfärbung, rote spinnennetzförmige Äderchen).

Mithilfe der Ultraschall-Untersuchung (Sonografie) werden die Größe und die Beschaffenheit der Leber bestimmt. Angaben über den Grad der Leberschädigung gibt eine Blut-Untersuchung („Leberwerte“). In unklaren Fällen wird bei einer Leberzirrhose eine Leberbiopsie durchgeführt und Gewebeproben aus der Leber entnommen.

Behandlung: Wie kann eine Leberzirrhose behandelt werden?

Die Behandlung der Leberzirrhose richtet sich unter anderem nach der Krankheitsursache. Oftmals helfen Mittel, welche die Bildung von Ammoniak im Darm mindern, den Gallenstau lösen (Ursodeoxycholsäure) oder entwässernd wirken (Diuretika). Ist eine andere Krankheit (zum Beispiel eine Hepatitis) für die Zirrhose verantwortlich, muss zuerst diese behandelt werden. Alle leberschädigenden Stoffe sollten in jedem Fall gemieden werden. Dazu gehören in erster Linie Alkohol und leberschädigende Medikamente. Eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung ist ebenfalls hilfreich. In manchen Fällen rät der Arzt dazu, weniger Kochsalz und Eiweiß zu sich zu nehmen.

Leberschäden bilden sich nicht vollständig zurück, sodass in besonders schweren Fällen eine Lebertransplantation erforderlich ist. Für eine Lebertransplantation müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein, so darf man beispielsweise nicht alkoholabhängig sein.

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Prognose: Wie ist die Prognose bei Leberzirrhose?

Die Prognose einer Leberzirrhose hängt vom Stadium der Erkrankung sowie von der Krankheitsursache ab. Handelt es sich um eine alkoholbedingte Leberzirrhose, verbessert der sofortige Verzicht auf Alkohol den Verlauf. Im fortgeschrittenen Stadium kann die Leberzirrhose in Leberkrebs übergehen. Da ein Überleben ohne Leber nicht möglich ist, kann eine Leberzirrhose tödlich verlaufen. Haupttodesursachen sind akutes Leberversagen und Blutungen aus Krampfadern in der Speiseröhre.

Vorbeugung: Wie kann man Leberzirrhose vorbeugen?

Einer Leberzirrhose kann man mit folgenden Maßnahmen vorbeugen:

  • Alkohol nur in Maßen konsumieren
  • Leberschädigende Medikamente meiden
  • Kein ungeschützter Kontakt zu Lösungsmitteln und bestimmten Chemikalien
  • Infektion mit Hepatitis vorbeugen (gegebenenfalls Impfung gegen Hepatitis B)

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Autor: Julia Alkan Demirel, Dr. med. M. Waitz
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Datum der letzten Aktualisierung: Oktober 2017
Quellen:
Baenkler, H.W.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2014
Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2017
Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. De Gruyter, Berlin 2017