Cellulite

Cellulite
© Stefan Schweihofer / pixabay.de

Ursachen: Was sind die Ursachen einer Cellulite?

Die Cellulite (Dermopanniculosis deformans), im Volksmund auch „Orangenhaut“ genannt, ist keine Erkrankung im engeren Sinne, sondern eine biologische Veränderung. Sie wird nur als ästhetisches Problem wahrgenommen und verursacht keine weiteren Symptome. Bei der Cellulite drängen sich Fettzellen durch das Netz des Bindegewebes und werden nach außen hin durch Dellen sichtbar. Für die Entstehung der Cellulite werden vor allem folgende Faktoren verantwortlich gemacht:

Anzeige
  • Aufbau des Bindegewebes bei Frauen: Die Fasern des Bindegewebes halten Blutgefäße und Fettzellen zusammen. Bei Frauen verlaufen diese Fasern jedoch stärker parallel als bei Männern, deren Bindegewebe kreuzförmig vernetzt ist. Diese Struktur erleichtert Frauen beispielsweise Fetteinlagerungen während der Schwangerschaft, schafft aber auch eine wichtige Voraussetzung für die Cellulite. Außerdem sorgt das weibliche Hormon Östrogen dafür, dass die Kollagenfasern elastischer sind und es wird dafür verantwortlich gemacht, dass Fettpolster verstärkt an Po und Oberschenkeln aufgebaut werden.
  • Genetische Veranlagung: Ein großer Teil der Cellulite beruht auf der genetischen Veranlagung zu einem schwachen Bindegewebe.
  • Stoffwechselprobleme: Die veränderte Fettstruktur lässt Lymphe und Blut schwerer abfließen, was zu Wassereinlagerungen und weiteren Schwellungen führt und somit eine Cellulite begünstigt.
  • Übergewicht (Adipositas): Je mehr Fett in den Depots gesammelt wird, desto stärker treten die Zellen (Lipozyten) zwischen den Bindegewebesträngen hervor – und desto deutlicher ist die Cellulite ausgeprägt.
  • Falsche Ernährung: Extreme Diäten beanspruchen das Bindegewebe stark und fördern so die Cellulite.
  • Bewegungsmangel: Wenig Bewegung verschlechtert die Durchblutung. Außerdem wird Muskelmasse auf Dauer durch Fett ersetzt. Bei gleichem Gewicht ist der Anteil der Fettzellen also höher.
  • Rauchen: Nikotin verengt die Blutgefäße der Haut und verstärkt die Bildung von freien Radikalen, die wiederum gesunde Zellen angreifen, wenn sie in hoher Konzentration auftreten.
  • Falsche Kleidung: Einschnürende Kleidung und sehr hohe Schuhe behindern den Blutfluss und können so Cellulite begünstigen.
  • Emotionaler Stress: Anhaltender Stress wirkt sich auf den Stoffwechsel aus und kann dazu führen, dass vermehrt Fett eingelagert wird.
  • Schwangerschaft: Vor allem hormonelle Faktoren in der Schwangerschaft verstärken die Cellulite. Es wird vermehrt Fett und Wasser eingelagert und das Bindegewebe wird insgesamt aufgelockert.

Beschwerden: Wie äußert sich die Cellulite?

Cellulite wird durch eine dellenartig verformte Haut sichtbar, die besonders an Po und Oberschenkeln auftritt. Sie kann sich im weiteren Verlauf aber auf alle Körperpartien ausbreiten, die sich durch erhöhte Fettdepots auszeichnen, etwa an Bauch, Unterschenkeln und Oberarmen.

Im ersten Stadium der Cellulite werden die Dellen lediglich beim Zusammenkneifen der Haut sichtbar. Im zweiten Cellulite-Stadium sind im Normalzustand leichte Dellen erkennbar, die sich durch Zusammenkneifen deutlich verstärken, während die Haut im dritten Cellulite-Stadium auch ohne äußere Einwirkung stark verformt ist.

Diagnose: Wie wird eine Cellulite diagnostiziert?

Da die Cellulite als ästhetisches Problem gilt, ist es nicht notwendig, für die Diagnose einen Hautarzt aufzusuchen. Die Cellulite lässt sich durch die Beschaffenheit der Hautoberfläche erkennen, entsprechend den verschiedenen Stadien.

Behandlung: Wie kann die Cellulite behandelt werden?

Aus medizinischen Gründen ist eine Behandlung der Cellulite nicht notwendig. Es gibt jedoch Therapien, die das Hautbild aus ästhetischen Gründen verbessern können:

Anzeige
  • Bei einer Gewichtsreduktion verkleinern sich die Fettzellen und treten nicht mehr so stark hervor.
  • Bewegung verringert ebenfalls den Anteil der Fettzellen, fördert außerdem die Durchblutung.
  • Regelmäßige Massagen verbessern das Cellulite-Hautbild, weil sie zu einem Abtransport von Lymphe und Wassereinlagerungen führen. Beim Aussetzen der Massage verschlechtert sich der Zustand dementsprechend wieder. Die Cellulite selbst bekämpfen Massagen nicht.
  • Alle Maßnahmen, die zu einer besseren Durchblutung führen, etwa Wechselduschen, Sauna oder Bürstenmassagen, verzögern die Entwicklung der Cellulite und wirken Schwellungen entgegen.

Die Wirksamkeit von „Anti-Cellulite-Cremes“ konnte in wissenschaftlichen Studien nicht ausreichend bewiesen werden. Ein verbessertes Hautbild wird zum Teil auf das Massieren der Haut beim Eincremen zurückgeführt. Auch das Fettabsaugen (Liposuktion) führt nicht automatisch zu einer verbesserten Optik der Hautoberfläche, sondern verändert nur die Silhouette des Körpers.

Prognose: Wie ist die Prognose der Cellulite?

Die Cellulite ist eine biologische Veränderung, die nicht rückgängig zu machen ist. Die Symptome der Cellulite können lediglich abgemildert werden.

Vorbeugung: Wie kann man der Cellulite vorbeugen?

Auch wenn die Entwicklung der Cellulite zu einem großen Teil auf Veranlagung zurückgeführt wird, trägt der Lebenswandel dennoch entscheidend zum Grad der Ausprägung bei. Um Cellulite vorzubeugen, empfiehlt sich das Vermeiden von Übergewicht (Adipositas), regelmäßige Bewegung, eine gesunde und vitaminreiche Ernährung, der Verzicht auf Nikotin und Alkohol, Maßnahmen zur Durchblutungsförderung sowie ausreichend Feuchtigkeit für die Haut, um sie elastisch zu erhalten.

Weitere Informationen

Buch-Tipps:
Diese Bücher können Sie direkt bei Amazon bestellen (Anzeige):

Leser dieses Artikels interessierten sich auch für:

Autor: Nicole Lücke, Dr. med. M. Waitz

medproduction GmbH, www.medproduction.de
Datum der letzten Aktualisierung: Oktober 2017
Quellen:
Berman, K.: Cellulite. Online-Publikation U.S. National Library of Medicine (Abruf: 10/2017)
Moll, I.: Duale Reihe Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2016
Rawlings, A. V.: Cellulite and its treatment. International Journal of Cosmetic Science. No. 28, pp. 175–190 (02/2006)