Mumps (Parotitis epidemica)

Spritze
© PhotoLizM / pixabay.de

Definition

Mumps (Parotitis epidemica), im Volksmund Ziegenpeter genannt, ist eine sehr ansteckende Virus-Infektion, die durch ein starkes Anschwellen der Ohrspeicheldrüse (Parotis) gekennzeichnet ist. Die Betroffenen haben zusätzlich oft grippeähnliche Symptome.

Anzeige

Mumps-Infektionen treten weltweit und ganzjährig auf. In Deutschland sind die Häufigkeit und die Verbreitung von Mumps regional verschieden. Dies ist mit der unterschiedlichen Einführung von vorbeugenden Impfungen gegen Mumps in den alten und neuen Bundesländern zu erklären, denn in den alten Bundesländern wird länger geimpft. Daher treten dort seltener Mumps-Infektionen auf, weil mehr Menschen einen Impfschutz besitzen.

Besonders häufig erkranken Kinder im Alter unter 15 Jahren an Mumps. Daher zählt Mumps, wie auch Masern, Röteln oder Windpocken, zu den Kinderkrankheiten. Dennoch steigt das Erkrankungsalter seit den letzten Jahren unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen stetig an. Dieser Trend wird auch in anderen Ländern Europas beobachtet. Am häufigsten diagnostizieren Ärzte eine Mumps-Infektion in der Altersklasse der 15- bis 19-Jährigen.

Eine Impfung gegen Mumps-Viren schützt vor einer Infektion. Wer einmal an Mumps erkrankt war oder gegen Mumps geimpft ist, hat in der Regel einen lebenslangen Schutz (Immunität) gegenüber einer erneuten Erkrankung. Es ist aber möglich, sich ein weiteres Mal anzustecken.

Ursachen: Was sind die Ursachen von Mumps?

Die Ursache von Mumps sind Viren, sogenannte Paramyxoviren. Sie werden ausschließlich von Mensch zu Mensch über Tröpfchen- und Schmierinfektion übertragen. Das bedeutet, dass die Mumps-Viren über Speichel durch Husten und Niesen oder über Küssen, sowie über den Urin übertragen werden können. Nach der Ansteckung mit den Mumps-Viren dauert es bis zum Ausbruch der Krankheit 12 bis 25 Tage (Inkubationszeit).

Anzeige

Bereits sieben bis neun Tage, bevor es zu sichtbaren Mumps-Symptomen wie einer geschwollenen Ohrspeicheldrüse kommt, kann die Person ansteckend sein. Zwei Tage vor bis vier Tage nach dem Ausbruch von Mumps ist die Ansteckungsfähigkeit am größten.

Beschwerden: Wie äußert sich Mumps?

30 bis 40 Prozent aller Mumps-Infektionen verlaufen unauffällig, vor allem Kinder unter zwei Jahren zeigen selten Symptome. Bei Kindern unter fünf Jahren treten in etwa der Hälfte der Fälle Atemwegserkrankungen (mit Husten und Schnupfen) als Mumps-Symptome auf.

Wenn Symptome bei Mumps auftreten, zeigen sich im Anfangsstadium der Mumps-Infektion oft folgende grippeähnliche Beschwerden:

  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Unwohlsein
  • Muskelschmerzen
  • Appetitverlust
  • Abgeschlagenheit

Nach einigen Tagen schwillt bei Mumps die Ohrspeicheldrüse stark an. In 70 bis 80 Prozent der Fälle sind beide Ohrspeicheldrüsen betroffen. Dies führt zum typischen „Mumps-Gesicht“ mit den „Hamsterbacken“. Auch andere Speicheldrüsen und die Lymphknoten können bei Mumps anschwellen. Dies bereitet Schmerzen und Probleme beim Kauen und bei Kopfbewegungen.

Leser dieses Artikels interessierten sich auch für:

Diagnose: Wie wird Mumps diagnostiziert?

Anhand der typischen Schwellung der Ohrspeicheldrüse bei Mumps kann der Arzt eine erste Diagnose stellen. Wenn sich die Diagnose Mumps nicht eindeutig stellen lässt, ist eine Blutuntersuchung sinnvoll. Im Blut finden sich im Falle einer Mumps-Infektion Antikörper gegen die Mumps-Viren.

Behandlung: Wie kann Mumps behandelt werden?

Bei einer Mumps-Infektion können nur die Symptome behandelt werden, da es keine speziellen Medikamente gegen die Mumps-Viren gibt. Folgende Maßnahmen wirken sich günstig auf die Heilung von Mumps aus:

  • Kühlende Umschläge gegen die Schwellung der Ohrspeicheldrüse
  • Breiige Kost, keine sauren oder scharfen Lebensmittel
  • Viel trinken, vor allem bei Fieber
  • Schonung, ggf. Bettruhe bei Fieber
  • Fiebersenkende Medikamente (Antipyretika)
  • Entzündungshemmende Medikamente (Kortikosteroide)
  • Schmerzstillende Medikamente (Analgetika)

Prognose: Wie ist die Prognose bei Mumps?

In den meisten Fällen hat Mumps eine gute Prognose und die Infektion heilt folgenlos aus. Selten treten bei Mumps Komplikationen auf, die zum Teil aber sehr schwer verlaufen. Die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen steigt mit zunehmendem Alter, und Männer sind häufiger betroffen.

Folgende Komplikationen sind bei Mumps möglich:

Vorbeugung: Wie kann man Mumps vorbeugen?

Die wirksamste Vorbeugung vor einer Mumps-Infektion und den mit ihr verbundenen Komplikationen ist eine Impfung. Seit den 1970er Jahren wird mit einem Kombinationsimpfstoff geimpft, der gleichzeitig vor Masern und Röteln schützt (MMR-Impfung) und seit 2006 auch zusätzlich gegen Varizellen (MMRV-Impfung). Es handelt sich um einen sogenannten Lebendimpfstoff, das bedeutet, dass abgeschwächte Mumps-Viren geimpft werden, gegen die der Körper Antikörper bildet.

Studien belegen, dass eine Zweifach-Impfung den bereits aufgebauten Schutz vor Mumps verbessert. So rät die aktuelle Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) eine zweimalige Impfung gegen Mumps im Kindesalter. Die erste Dosis sollte im Alter von 11 bis 14 Monaten und die zweite Dosis im Alter von 15 bis 23 Monaten verabreicht werden.

Gegen Mumps kann man sich aber in jedem Lebensalter impfen lassen. Es wird empfohlen, dass Menschen, die nach 1970 geboren sind, die Impfung nachholen, wenn:

  • unklar ist, ob sie gegen Mumps geimpft sind
  • nur eine Impfung gegen Mumps vorgenommen wurde
  • sie nie gegen Mumps geimpft wurden

Eine Mumps-Impfung ist vor allem ratsam bei Personen, die in Gesundheitsberufen arbeiten. Wer Kontakt mit einem Mumps-Kranken hatte, kann sich innerhalb der ersten drei Tage impfen lassen, wenn er nicht nachweislich bereits gegen Mumps geimpft ist. Wenn eine Mumps-Infektion bekannt wird, meldet der Arzt oder das Labor diese an das örtliche Gesundheitsamt (Meldepflicht).

Weitere Informationen

Buch-Tipps:
Diese Bücher können Sie direkt bei Amazon bestellen (Anzeige):

Autor: Dr. Anneke Rübel
Datum der letzten Aktualisierung: November 2017
Quellen:
Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie: Infektionen bei Kindern und Jugendlichen. Thieme, Stuttgart 2014
Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. De Gruyter, Berlin 2017
Robert Koch-Institut: www.rki.de (Abruf: 11/2017)