Kraniosakrale Therapie

Massage
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Bei der Kraniosakralen Therapie setzt der Therapeut allein seine Hände ein – sie ist ein Zweig der Manuellen Medizin. Mit bestimmten Techniken bearbeitet er den Schädel sowie das Kreuzbein, um die Selbstheilungskräfte des Körpers anzuregen.

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Die Kraniosakrale Therapie ist ein Gebiet der Osteopathie. Sie wurde in den 1930er Jahren von W.G. Sutherland entwickelt und in den 1970er Jahren von J.E. Upledger erweitert.

Wie funktioniert die Kraniosakrale Therapie?

Bei der Kraniosakralen Therapie behandelt der Therapeut insbesondere den Schädel (Cranium) und das Kreuzbein (Os sacrum) bzw. das Kreuzbein-Darmbein-Gelenk (Kranio-Sakral-Gelenk). Hierdurch löst er mögliche Gelenkblockaden und „Verklebungen“ des Bindegewebes. Ziel ist jedoch vor allem, die Nervenflüssigkeit (Liquor) zum Fließen zu bringen. Vertreter der Kraniosakralen Therapie gehen davon aus, dass der Liquorfluss fühlbar pulsiert; Störungen sollen zu Krankheit führen.

Wie wird die Kraniosakrale Therapie angewendet?

Eine Kraniosakrale Therapie umfasst meist mehrere Sitzungen. Zunächst erfragt der Therapeut die Krankengeschichte (Anamnese). Anschließend tastet er vorwiegend den Schädel und das Kreuzbein ab (Palpation). Mit seinen Händen übt er nun auf bestimmte Punkte Druck aus (Manipulation) oder wendet Techniken an, mit denen er Gewebe dehnt, massiert und Gelenke passiv bewegt. Dadurch sollen die Schädelnähte beweglicher, der Liquorfluss „harmonisiert“ und die Selbstheilungskräfte des Körpers angeregt werden.

Wofür wird die Kraniosakrale Therapie eingesetzt?

Befürworter empfehlen die Kraniosakrale Therapie u.a. bei:

  • Schulterbeschwerden und Rückenschmerzen
  • Kiefergelenksbeschwerden
  • Schmerzen, z.B. durch Rheuma, Muskelverspannungen
  • Beschwerden durch Stress
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Fazialisparese (Lähmung eines Gesichtsnerven)
  • Tinnitus (Ohrgeräusche)

Die Kraniosakrale Therapie darf nicht angewendet werden bei Osteoporose (Knochenschwund), Blutungen oder Gefäßveränderungen im Schädel sowie erhöhtem Schädeldruck.

Weitere Informationen

Autor: Dipl.-Biol. Birgit Hertwig
medproduction GmbH, www.medproduction.de
Datum: Januar 2011
Letzte Aktualisierung: Januar 2015
Aktualisiert durch: Miriam Lossau, Diplom-Fachjournalistin
Quellen:
Ernst, E.: Praxis Naturheilverfahren. Springer, Heidelberg 2005
Lederman, E.: Die Praxis der manuellen Therapie: Physiologie, Neurologie und Psychologie
Urban & Fischer, München 2007
Liem, T.: Kraniosakrale Osteopathie. Haug, Stuttgart 2013
Melchart, D.: Naturheilverfahren. Schattauer, Stuttgart 2008