7 Ursachen für häufiges Wasserlassen (Polyurie)

Wasserfall
© Fernando Espí / pixabay.de

Scheidet der Körper innerhalb von 24 Stunden mehr als drei bis vier Liter Urin aus, sprechen Ärzte von einer vermehrten Urinausscheidung (Polyurie) – oder der Volksmunde schlichtweg von häufigem Wasserlassen. Oft zieht das häufige Wasserlassen ein erhöhtes Durstgefühl nach sich (Polydipsie) und kann, wenn der Flüssigkeitsverlust nicht ausgeglichen wird, zur Austrocknung (Exsikkose) führen. Eine Polyurie hat oft harmlose Ursachen, in seltenen Fällen liegt aber auch eine ernste Erkrankung vor.

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Sieben mögliche Ursachen für häufiges Wasserlassen sind:

  • Vermehre Flüssigkeitszufuhr: Oft ist die Ursache von häufigem Wasserlassen lediglich eine ungewöhnlich hohe Trinkmenge oder die Gabe von Infusionen.
  • Konsum entwässernder (diuretischer) Substanzen: Bestimmte Nahrungs- und Genussmittel besitzen eine entwässernde (diuretische) Wirkung. Hierzu zählen z.B. Koffein in hohen Dosen sowie Alkohol.
  • Einnahme von Entwässerungsmitteln (Diuretika): Wer entwässernde Medikamente (Diuretika) einnimmt, muss häufiger Wasserlassen. Dies ist bei bestimmungsmäßiger Einnahme völlig normal und gewünscht.
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit): Ist eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) bislang nicht diagnostiziert oder wird sie unzureichend behandelt (schlecht „eingestellter“ Blutzuckerwert), kann es zu einem Übertritt von Zucker (Glukose) aus dem Blut in den Urin kommen. Da dies gekoppelt ist mit einer erhöhten Wasserausscheidung, steigt die Urinmenge unter Umständen merklich an.
  • Renaler bzw. nephrogener Diabetes insipidus: Bei dieser Krankheit spricht die Niere nicht auf das Hormon ADH (Anti-Diuretisches Hormon) an, das normalerweise die Urinausscheidung vermindert. Daher kommt es hierbei zu häufigem und vermehrtem Wasserlassen. Ursache für den Diabetes insipidus kann die Einnahme bestimmter Medikamente, wie z.B. Lithium, sein. Aber auch Erkrankungen der Niere, Elektrolytstörungen oder erbliche Gründe sind eine mögliche Ursache.
  • Zentraler Diabetes insipidus: Dabei handelt es sich um eine Krankheit, bei der nicht ausreichend ADH zur Verfügung steht. Die Folge ist häufiges Wasserlassen. Mögliche Ursache ist eine Autoimmunerkrankung. In rund 30 Prozent aller Fälle ist ein Zentraler Diabetes insipidus die Folge eines Unfalls mit Schädel-Hirn-Trauma oder einer Gehirn-Operation wie z.B. der Entfernung von Tumoren im Bereich der Hypophyse. Aber auch Infektionen oder Aneurysmen können hier die Ursache sein.
  • Psychogene Polydipsie: Dies ist eine psychische Störung, die ein extremes Durstgefühl auslöst. In der Folge kommt es häufigem Wasserlassen, da dem Durstgefühl kein wirklicher Flüssigkeitsmangel zugrunde liegt.

 

Weitere Informationen

Autor: Dr. Katja Brennan
Datum: Oktober 2015
Quellen:
Füeßl, H. S. et al., Anamnese und Klinische Untersuchung. Thieme, Stuttgart 2010
Kuhlmann, U. et al., Nephrologie. Thieme, Stuttgart 2008
Siegenthaler, W. et al., Klinische Pathophysiologie. Thieme, Stuttgart 2006
Sturm, A. et al., Differenzialdiagnose Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2003

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