Blutbild

Messbecher im Labor
© PublicDomainPictures / pixabay.de

Was bedeutet das Blutbild?

Zur routinemäßigen Untersuchung des Blutes zählt das Blutbild. Labormediziner unterscheiden das kleine Blutbild vom großen Blutbild.

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Beim kleinen Blutbild werden folgende Laborwerte gemessen:

Das große Blutbild umfasst zusätzlich das sogenannte Differenzial-Blutbild; hierbei werden zusätzlich die Unterformen der weißen Blutkörperchen bestimmt:

Wann wird ein Blutbild bestimmt (welche Indikation)?

Viele Krankheiten gehen mit einer Veränderung des Blutbilds einher. Deshalb wird das Blutbild routinemäßig zur Kontrolle des Blutes sowie beim Verdacht auf Erkrankungen (z.B. Blutarmut, Infektionen) bestimmt.

Wie wird ein Blutbild bestimmt?

Für ein Blutbild ist eine Blutentnahme, zum Beispiel aus einer Armvene, nötig.

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Wie lauten die Referenzwerte für die Laborwerte des Blutbilds?

Die Referenzwerte für die beim Blutbild gemessenen Laborwerte lauten:

  • Erythrozyten (rote Blutkörperchen)
    • Männer: 4,6-6,2 x 1012/l
    • Frauen: 4,2-5,4 x 1012/l
  • Leukozyten (weiße Blutkörperchen)
    • Erwachsene: 4,3-10 x 109/l
    • Schulkinder: 4,5-15,5 x 109/l
    • Kleinkinder: 6-17,5 x 109/l
    • Säuglinge: 5-20 x 109/l
    • Neugeborene: 9-30 x 109/l
  • Granulozyten
    • Stabkernige neutrophile Granulozyten: 0-5 %
    • Segmentkernige neutrophile Granulozyten: 30-80 %
    • Eosinophile Granulozyten: 0-6 %
    • Basophile Granulozyten: 0-2 %
  • Thrombozyten
    • Erwachsene: 150-400 x 109/l
    • Kinder: 150-350 x 109/l
  • Hämoglobin (Hb, roter Blutfarbstoff)
    • Männer: 14-17,5 g/dl bzw. 8,69-10,87 mmol/l
    • Frauen: 12,0-15,0 g/dl bzw. 7,64-9,50 mmol/l
  • Hämatokrit (HKT)
    • Männer: 40-53 %
    • Frauen: 36-48 %
  • MCV
    • Erwachsene: 80-96 fl
  • MCH
    • Erwachsene: 28-33 pg
  • MCHC
    • Erwachsene: 33-36 g/dl

Was bedeutet eine Erhöhung der Laborwerte des Blutbilds?

Je nach Laborwert kann eine Erhöhung im Blutbild auf verschiedene Erkrankungen und Störungen hinweisen:

  • Erhöhte Laborwerte der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) beispielsweise sprechen für eine Polyglobulie – eine krankhafte Vermehrung der Blutzellen. Ursache hierfür können Sauerstoff-Mangel, Lungenkrankheiten, Herzerkrankungen, Nierenerkrankungen oder Tumoren sowie die Polyzythämia vera, eine Blutbildungsstörung, sein.
  • Erhöhte Laborwerte der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) sprechen für Infektionen, Entzündungen oder Blutkrankheiten. Starke Raucher haben häufig ebenfalls erhöhte Leukozyten im Blut.

Was bedeutet eine Erniedrigung der Laborwerte des Blutbilds?

Je nach Laborwert kann eine Erniedrigung im Blutbild auf verschiedene Erkrankungen und Störungen hinweisen:

Leser dieses Artikels interessierten sich auch für:

  • Erniedrigte Laborwerte der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) beispielsweise kommen bei einer Blutarmut (Anämie, z.B. Eisenmangel-Anämie oder durch Blutverlust) sowie bei einer Überwässerung (Hyperhydratation) vor.
  • Erniedrigte Laborwerte der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) kommen bei Erkrankungen des Knochenmarks vor.  Auch bei Virusinfekten kann es zu niedrigen Leukozyten im Blut kommen.

Weitere Informationen

Autor: Dr. med. M. Waitz
medproduction GmbH, www.medproduction.de
Datum: Januar 2012
Letzte Aktualisierung: Februar 2015
Aktualisiert durch: Miriam Lossau, Diplom-Fachjournalistin
Quellen:
Arastéh, K. et al.: Duale Reihe. Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL): Labtestsonline. www.labtestonline.de (Abruf: 02/2015)
Dörner, K.: Taschenlehrbuch Klinische Chemie und Hämatologie. Thieme, Stuttgart 2013
Herold, G. et al.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2015
Neumeister, B.: Klinikleitfaden Labordiagnostik. Elsevier Urban & Fischer, München 2009