Gelbfieber

Spritze
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Ursachen: Was sind die Ursachen von Gelbfieber?

Das Gelbfieber (Ochropyra) ist eine akute, fieberhafte Infektionskrankheit, die durch das Gelbfieber-Virus verursacht wird. Der Erreger zählt zur Gruppe der sogenannten Flaviviren und wird hauptsächlich durch verschiedene Stechmücken der Gattung Aedes, aber auch durch Zecken übertragen. Das Gelbfieber-Virus befällt nicht nur Menschen, sondern auch Tiere. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

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Beim Mückenstich gelangen die Viren in den Organismus und befallen unspezifische Zellen des Immunsystems (Makrophagen) in der Leber, Milz, in den Lymphknoten und im Knochenmark. Dort vermehren sie sich und werden in die Blutbahn freigesetzt. Das Gelbfieber wird anhand der Übertragungsform in drei Typen eingeteilt:

  1. Urbanes Gelbfieber: Die Übertragungskette wechselt vom Menschen zur Mücke. Beim Mückenstich nehmen die Moskitos die Gelbfieber-Viren auf, die sich dann in ihrem Körper vermehren. Beim nächsten Stich übertragen sie die Viren erneut auf den Menschen. Dieser Übertragungsweg kommt am häufigsten in Siedlungen vor und kann dort zu Epidemien führen.
  1. Sylvatisches Gelbfieber: Die Übertragung betrifft hauptsächlich Affen und Mücken. Menschen werden selten infiziert. Die Krankheit tritt im Dschungel auf und wird daher als Busch- oder Dschungelgelbfieber bezeichnet.
  1. Intermediäres Gelbfieber: Die Mücke erhält das Gelbfieber-Virus, indem sie einen Affen sticht. Anschließend überträgt sie es auf den Menschen. Die Erkrankung kommt in waldnahen Siedlungen vor, in denen Menschen und Affen eng nebeneinander leben.

Die typischen Infektionsländer des Gelbfiebers sind das tropische Afrika sowie das tropische Mittel- und Südamerika. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt pro Jahr bis zu 200.000 Erkrankungsfälle und 60.000 Sterbefälle an Gelbfieber weltweit.

Beschwerden: Wie äußert sich das Gelbfieber?

In einigen Fällen verläuft das Gelbfieber beschwerdefrei oder sehr mild. Kinder bleiben häufig verschont. Die Inkubationszeit dauert drei bis sechs Tage. Üblicherweise lassen sich zwei Stadien der Erkrankung beobachten, die in 15 Prozent der Fälle in ein drittes Stadium übergehen können:

  1. Initialstadium: Plötzlicher Fieberanstieg bis 40 Grad; Zusätzlich leiden Betroffene unter Schüttelfrost, starken Kopfschmerzen und Muskelschmerzen, Übelkeit, Erbrechen sowie verlangsamtem Herzschlag (Bradykardie). Manchmal tritt zusätzlich eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) Das Stadium dauert ungefähr drei Tage.
  1. Remissionsstadium: Am dritten oder vierten Tag fällt das Fieber ab und Genesung beginnt. Bei einem schweren Verlauf steigt das Fieber erneut an und das Gelbfieber erreicht das dritte Stadium, in welchem es zu Organschäden kommt.
  1. Stadium der Organschädigung: Es werden in erster Linie die Leber und die Nieren befallen. Mögliche Folgen sind zum Beispiel eine Leberentzündung (Hepatitis) mit Gelbsucht (Ikterus) oder Nierenversagen. Häufig wird dieses Stadium von Blutungen in die Schleimhäute, die Haut und in die inneren Organe begleitet.

Diagnose: Wie wird das Gelbfieber diagnostiziert?

Zur Diagnose des Gelbfiebers genügen in der Regel die Erfragung typischer Beschwerden, vorangehender Tropenaufenthalte und eine körperliche Untersuchung. Der Arzt kann die Diagnose bestätigen, indem er das Virus oder die Antikörper im Blut anhand einer Blut-Untersuchung nachweisen lässt.

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Behandlung: Wie kann das Gelbfieber behandelt werden?

Bei Verdacht auf Gelbfieber müssen die Betroffenen und ihre Kontaktpersonen, die ungeimpft sind, in mückengeschützten Räumen isoliert werden. Bestätigt sich der Verdacht, kann der Arzt nur die jeweiligen Beschwerden behandeln, da zurzeit keine spezifische Therapie gegen Gelbfieber verfügbar ist. Hat das Gelbfieber bereits das Stadium drei mit Organschädigung erreicht, sind intensivmedizinische Maßnahmen notwendig. Teilweise kommt eine antivirale Chemotherapie zum Einsatz.

Prognose: Wie ist die Prognose des Gelbfiebers?

Bei günstigem Verlauf heilt das Gelbfieber nach kurzer Zeit vollständig ab. Erkranken Kinder bis zum 14. Lebensjahr an Gelbfieber, zeigt die Erkrankung häufig einen sehr milden, grippeähnlichen Verlauf. Die Gesamtsterblichkeit liegt bei zehn bis 20 Prozent. Befallen die Gelbfieber-Viren die Organe, kann die Sterblichkeit auf bis zu 85 Prozent ansteigen. Eine überstandene Infektion erzeugt einen langen bis lebenslangen Schutz.

Vorbeugung: Wie kann man dem Gelbfieber vorbeugen?

Das Gelbfieber kann durch eine Schutzimpfung verhindert werden. Der Impfstoff aus abgeschwächten Gelbfieber-Viren (Lebendimpfung) ist im Allgemeinen gut verträglich und wird allen Reisenden in die Risikogebiete empfohlen. Die Wirksamkeit beginnt erst zehn Tage nach der Impfung, daher ist eine Impfung spätestens zehn Tage vor Reisebeginn empfehlenswert. Die Schutzgültigkeit endet nach zehn Jahren. Die Impfung kann nur in einer zugelassenen Gelbfieber-Impfstelle durchgeführt werden.

Die allgemeinen präventiven Maßnahmen bestehen darin, sich vor Mückenstichen zu schützen, zum Beispiel durch geeignete Kleidung, Moskitonetze und mückenabweisende Mittel. Zu beachten ist, dass die das Gelbfieber übertragenden Mücken sowohl tag- als auch nachtaktiv sind.

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Autor: Dr. med. Angelika Berenboim
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Datum der letzten Aktualisierung: Oktober 2017
Quellen:
Herold G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2017
Pschyrembel. Klinisches Wörterbuch. De Gruyter, Berlin 2017
Robert Koch-Institut: www.rki.de (Abruf: 10/2017)